WRT Spotlight - Hächler Bootbau AG

Ob Neubau, Restauration, Reparatur oder Winterlager: Die Hächler Bootbau AG begleitet ihre Kundschaft in Einigen und Oberhofen mit viel Fachwissen rund ums Boot. Dabei verbindet das Familienunternehmen handwerkliche Präzision mit persönlicher Beratung und einer grossen Leidenschaft für den Bootbau.


Hächler Bootbau AG – Handwerk und Fachwissen rund ums Boot

Ein Boot zu bauen oder zu restaurieren erfordert Fachwissen, Präzision und ein gutes Gespür für unterschiedliche Materialien. Diese Fähigkeiten vereint die Hächler Bootbau AG an ihren beiden Standorten in Einigen und Oberhofen. Das Angebot reicht vom individuellen Bootbau über Reparaturen und Restaurationen bis hin zu Bootstransporten, Kranarbeiten, Winterlagerplätzen und Bootszubehör. Auch Spezialanfertigungen und Möbelbau gehören zum vielseitigen Tätigkeitsfeld der Werft. Die Geschichte des Familienunternehmens begann mit der Übernahme einer bestehenden Bootswerft in Oberhofen. Später kam durch die Übernahme der Yacht und Bootswerft Müller AG der Standort Einigen hinzu. 2015 wurden die beiden Werften zu einem gemeinsamen Unternehmen mit zwei Standorten zusammengeführt. Seit 2020 führen die Brüder Rico und Luca Hächler das Unternehmen gemeinsam. Mit ihren unterschiedlichen beruflichen Hintergründen ergänzen sich die beiden in der Geschäftsleitung und tragen gemeinsam die Verantwortung für die Weiterentwicklung des Familienbetriebs. Je nach Saison beschäftigt Hächler Bootbau rund 15 Mitarbeitende. Ein besonderes Anliegen ist dem Unternehmen die Ausbildung des Berufsnachwuchses. Ein grosser Teil des heutigen Kernteams hat bereits die Lehre bei Hächler Bootbau absolviert. Damit wird wertvolles Fachwissen innerhalb des Betriebs weitergegeben und gleichzeitig eine wichtige Grundlage für die Zukunft des Bootbauhandwerks geschaffen.

 

Fünf Fragen an Rico Hächler

 

1. Wie sind Sie zu Ihrer heutigen beruflichen Tätigkeit gekommen?

Für mich war bereits im Kindergarten klar, dass ich Bootbauer werden möchte. Meine Eltern wollten mich trotzdem ermutigen, auch andere Berufsbilder kennenzulernen und meinen eigenen Weg zu finden. In meiner Freizeit half ich jedoch immer wieder in der Werft mit und merkte dabei, wie abwechslungsreich und vielseitig dieser Beruf ist. Meine Lehre absolvierte ich bei der damaligen Yacht und Bootswerft Müller AG in Einigen. Als für den Betrieb später eine Nachfolgelösung gesucht wurde, übernahmen meine Eltern die Werft. Mein Bruder wollte ursprünglich einen anderen Weg einschlagen und machte zuerst eine Lehre als Bäcker Konditor. Später absolvierte auch er eine Ausbildung im Bootsbereich. Heute führen wir das Unternehmen gemeinsam. Ich bin sehr dankbar dafür, denn wir haben einen schönen Beruf. Unsere Kundinnen und Kunden kommen gerne zu uns und freuen sich auf ihr Boot.

2. Welches sind aktuell Ihre grössten Herausforderungen?

Eine der grössten Herausforderungen ist die zunehmende Bürokratie. Für viele Tätigkeiten braucht es heute ein Formular, ein Zertifikat oder zusätzliche Angaben für verschiedene Bundesstellen. Diese administrativen Anforderungen nehmen laufend zu und beanspruchen entsprechend viel Zeit. Gleichzeitig ist es uns wichtig, hohe Qualitätsstandards einzuhalten. Hächler Bootbau ist als Swiss Quali-Werft zertifiziert und gehört damit zu den wenigen entsprechend ausgezeichneten Werften in der Schweiz. Die Zertifizierung überprüft unter anderem unsere Arbeitsqualität, die Fachkompetenz, die betrieblichen Abläufe und die vorhandene Infrastruktur. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Ausbildung des Berufsnachwuchses. Unsere Lehrstellen sind jeweils gut besetzt und immer häufiger interessieren sich bereits sehr junge Schülerinnen und Schüler für eine Schnupperlehre bei uns. Als Ausbildungsbetrieb investieren wir bewusst in die Begleitung und Förderung unserer Lernenden. Besonders stolz sind wir darauf, dass Lernende aus unserem Betrieb bereits zweimal Schweizermeister an den SwissSkills wurden.

3. Wie finden Sie einen Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit?

Den wichtigsten Ausgleich finde ich bei meiner Familie. Meine Frau und unsere beiden Kinder im Alter von zehn und sieben Jahren verbringen ebenfalls gerne Zeit auf dem See. An den Wochenenden sind wir deshalb oft gemeinsam mit dem Boot unterwegs. Daneben gehe ich gerne snowboarden und biken. Auch mein Arbeitsweg ist etwas Besonderes: Wenn es die Bedingungen zulassen, fahre ich mit dem Boot zur Arbeit. Dadurch ist der See nicht nur Teil meines Berufs, sondern auch ein wichtiger Teil meines Privatlebens.

4. Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihrer Unternehmung?

Ich wünsche mir gesunde und glückliche Mitarbeitende, zufriedene Kundinnen und Kunden sowie weiterhin volle Auftragsbücher. Wenn diese drei Dinge zusammenkommen, haben wir eine gute Grundlage, um das Unternehmen erfolgreich weiterzuführen und uns gleichzeitig die Freude an unserer Arbeit zu bewahren.

5. Wie lautet Ihr Ratschlag an Jungunternehmende?

Wagt es, denn es macht Freude. Natürlich arbeitet man als Unternehmerin oder Unternehmer manchmal mehr und trägt eine grosse Verantwortung. Gleichzeitig gibt es aber auch in einem Angestelltenverhältnis anspruchsvolle Zeiten. Wenn es einfach wäre, würde es jeder machen. Deshalb lautet mein Rat: nicht zu lange zögern, sondern den Schritt wagen und machen.



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